Strangers in the night

•18. September 2009 • 1 Kommentar

Irgendwie hab ich Omegle.com für mich entdeckt.

Omegle ist eine kleine, feine Seite in englischer Sprache, die dich auf Wunsch mit einer anderen, zufälligen Person (viele sind aus UK oder US) verbindet. Meistens sind um die 2000 User gleichzeitig online und der Großteil der Konversationen so schnell beendet, sodass du nie länger als 2 Sekunden warten musst, um mit dem nächsten „Stranger“ verbunden zu werden. Das zeichnet auch diese Seite aus und unterscheidet sie von anderen Chats gleichen Konzepts: Jeder Gesprächspartner wird nur als „Stranger“ bezeichnet, niemand ist gezwungen Nickname, Geschlecht, E-Mail, oder ähnliches anzugeben und bleibt daher im 1-on-1-Chat so anonym, wie er es möchte.

Man muss dazu sagen: Es laufen viele komische und irre Kerle und Weibchen durch die Gegend, eine Menge Trolle, ein paar Perverslinge und sicher auch viele Pedos. Und das macht das Ganze richtig lustig und zudem süchtig. Da vergehen mitunter Stunden wie im Flug, vor allem, wenn man das nicht allzu ernst nimmt und auch mal selbst trollt.

Ein paar Chatauszüge („You“ bin ich):

Connecting to server…
You’re now chatting with a random stranger. Say hi!
Stranger: hello
You: hi
You: at least im supposed to say hi, i guess
Stranger: you can say anything you like, i think
You: o rly?
You: thats great
Stranger: ya rly
You: where u from?
Stranger: i am from france
You: do u like frogs?
Stranger: why would i like frogs?
You: its a rumor here
You: that u eat them
Stranger: well, I don’t like frogs
You: why not?
Stranger: I think it’s disgusting to eat frogs
You: theyre delicious
Stranger: Where are you from?
You: france
Your conversational partner has disconnected.

Connecting to server…
You’re now chatting with a random stranger. Say hi!
You: hi
Stranger: my anus is bleeding
You: great
Stranger: my anus is bleedinggg
You: good luck bro
You have disconnected.

Connecting to server…
Looking for someone you can chat with. Hang on.
You’re now chatting with a random stranger. Say hi!
Stranger: hi
You: hi
You: are u a real stranger?
Stranger: yes!
Stranger: you?
You: pleasure to meet you!
You: me too, i guess
Stranger: likewise
Stranger: where from?
You: europe
Stranger: im from the US
Stranger: what part of europe are you from?
You: many us around here
You: west
Stranger: spain?
You: near it, yeah
Stranger: france?
You: getting nearer
Stranger: portugal?
You: wrong direction
Stranger: germany?
You: ha
You: ur good
Stranger: what is your name?
You: adolf
Stranger: shut up
You: cmon, u wanted to hear that
Your conversational partner has disconnected.

Aber abundan hat man auch mal großartige, schöne Gespräche, natürlich immer vorausgesetzt, dass das auch stimmt, was die einem erzählen. Eben vorhin zum Beispiel mit einer 16-Jährigen namens Vlada aus Moskau, die noch in der Schule ist und später studieren möchte. Leider hat sie mir ihre E-Mail nicht verraten wollen, aber das gehört dazu – wie gesagt: jeder Chatter ist anonym, bis er freiwillig Infos über sich preisgibt.

Alles in allem aber eine großartige Seite, kann ich jedem empfehlen. Sollte es auch in Deutsch geben, aber das wäre dann wohl nicht so spannend.

PS: Ein netter Nebeneffekt ist, dass man praktisch immer nebenher ein Online-Lexikon (aka dict.cc) offen haben muss und sich somit auch der Umgang mit der Englischen Sprache verbessert.

S-Bahn-Schläger: Leider keine Ausländer

•13. September 2009 • 4 Kommentare

Es ist wieder passiert.

Irgendwelche „gewaltbereite Jugendliche“ haben es wieder getan:

München – Bei einem brutalen Angriff an einer Münchner S-Bahn-Station ist ein 50-jähriger Fahrgast am Samstag getötet worden. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte der Mann noch in der S-Bahn versucht, eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen zu schlichten.

Nachdem alle Beteiligten am S-Bahnhof Solln ausgestiegen waren, hätten zwei der Jugendlichen im Alter von 17 und 18 Jahren den Mann angegriffen und ihn zu Boden geschlagen (…) Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er am Abend seinen schweren Kopfverletzungen erlag.

(…)

(Quelle: Spiegel Online)

Eine klitzekleine Frage: Was fehlt?

Genau: die Nationalität der „Angreifer“.

Wenn es Deutsch-Türken, Türken, Russen oder sonstige Migranten gewesen wären, wäre das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens einmal im Artikel aufgetaucht.

Aber leider, leider erzählt mir „mein“ – sonst so verehrter – Spiegel hier nicht, dass es sich nur um Deutsche gehandelt hat. 2 Deutsche (Markus und Sebastian), beide gebürtige Münchner, beide arbeitslos ohne Berufsausbildung, wegen diversen Delikten vorbestraft und der ältere der beiden sogar zur Tatzeit mit ca. 0,89 Promille angetrunken.

Sogar die BILD nennt die Nationalität, was mich echt erstaunt – nutzt aber die Gelegenheit für ein bisschen versteckte Meinungsmache gegen Jugendkriminalität. War ja klar. 🙄

Post scriptum: Weitere Reaktionen diverser (Online-)Medien:

– Der Focus (hier, hier nutzt das Thema (ausnahmsweise) sozialverträglich und nennt die Nationalität: DEUTSCHE, sogar geboren in München.

– Die WELT nutzt das Thema gleich mal für die eigene Sache und erzeugt durch einseitige Berichterstattung Kommentare wie diesen hier: „Direkt an die Wand stellen und erschießen. Das waren bestimmt keine Deutschen. Scheiß Pack!!!“ [sic]. Bitter, was Vorurteile so ausrichten können.

– Die FAZ nennt ebenfalls die Nationalität und berichtet ausführlich und meiner Meinung nach echt objektiv. Toll!

– Die taz nennt auch nicht den sozialen Hintergrund. Warum?

– Die Abendzeitung nimmt ein wenig subjektiv dazu Stellung, nennt Vornamen aller Beteiligten, schürt überzogen Mitleid beim Leser und interviewt leider auch noch Herrn Christian Pfeiffer, was ihm so mal wieder zu einem Auftritt in den Medien und einer Chance zur Hetze gegen „brutale Computerspiele“ verhilft. Klasse, echt.

Nachtrag, 14.09.2009, 21:43 Uhr:
Der Spiegel erwähnt zwar weiterhin nirgends, welchem Kulturkreis die Täter angehören, analysiert die gesamte Tat jedoch in einem zweiten, sehr ausführlichen Artikel, konfrontiert Herrn Horst Seehofer zudem mit dem „Koch-Debakel“ und den offensichtlich rein auf Wahlkampf bedachten Äußerungen seiner CSU-Parteikollegen und tritt auch noch selbst für die gute Sache ein. Bravo, so gehört sich das!

Also bitte.

•11. September 2009 • Schreibe einen Kommentar

Heute in der S-Bahn hörte ich folgende Durchsage:

„Sehr geehrte Fahrgäste, die Weiterfahrt verzögert sich auf unbestimmte Zeit aufgrund einer Türsperre von Fahrgästen.“

Immer diese Fahrgäste. Erschießen sollte man sie.

Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe

•8. September 2009 • Schreibe einen Kommentar

Sex-Täter vergeht sich an Altersheim-Bewohnerinnen

Die Polizei fahndet nach einem Unbekannten, der in den vergangenen Monaten in fünf Würzburger Altersheimen Bewohnerinnen vergewaltigt hat.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Würzburg mitteilten, verging sich der Mann im Alter zwischen 35 bis 50 Jahren zwischen Ende vergangenen Jahres und Juni mindestens sieben Mal nachts an den Frauen im Alter zwischen 80 und 92 Jahren.

Da die Seniorinnen zum Teil an Demenz leiden, seien die Ermittlungen äußerst schwierig.

(Quelle: web.de)

Da hast du den letzten und vielleicht besten Sex deines Lebens und kannst dich am nächsten Morgen an nichts erinnern. Schon scheiße.

Das ist in meinen Augen das fast perfekte Verbrechen. Aber ein bisschen krank und/oder verzweifelt muss man ja schon sein, um das geil zu finden.

Was auch erklärt, warum diese „Nachricht“ nur auf einer so seriösen Seite wie web.de auftaucht aber nicht auf Der Spiegel oder ähnlichem.

BILD journalism at it’s best!

Gläubige, Glaube und der Glaube an den Glauben

•7. September 2009 • 3 Kommentare

Ich bin nicht gläubig.

Dies sollte spätestens nach der Lektüre einiger meiner Artikel und Kommentare jedem klar sein. Nun, warum ist das so? Das will ich jetzt einmal erläutern, ohne auf die – mittlerweile zahlreichen Diskussionen – hier einzusteigen.

Zuallererst ist Religion und der Glaube an Gott, wie ich finde, etwas erbliches. Ich möchte fast so weit gehen, es als „Erbkrankheit“ zu bezeichnen, aber das ist dann wieder politisch inkorrekt allen Menschen mit AIDS, etc. gegenüber.

Was mich zuallererst an Religion stört – und weswegen ich meinen Eltern unglaublich dankbar dafür bin, dass ich mir meine Religion (bzw. „Nicht-Religion“) selbst anschauen und aussuchen durfte – ist die Tatsache, dass, sofern die Eltern aktive Beteiligte an einer Religionsgemeinschaft, Freikirche oder ähnlichem sind, zu 99% da mit hineingeschleppt werden. Und wenn sich dann einmal herausstellt, dass sie lieber wie ihre Klassenkameraden Geburtstag feiern, Alkohol trinken oder sonstwas machen wollen, werden sie von den Eltern in der Gemeinschaft gehalten und in einigen Fällen musste dann sogar das Jugendamt ran. Bei staatlich zu 100% anerkannten Religionen wie dem Judentum, Christentum oder dem Islam ist das natürlich nicht nötig, bei kleineren „Gemeinschaften“ oder gar „Sekten“, wie ich sie nenne – natürlich rein subjektiv [sic!] – in meinen Augen eher.

Jedes Kind, nein, jeder MENSCH sollte frei entscheiden können, an was er/sie/es glaubt. Und wenn dieses Etwas zufällig „Nichts“ ist, sollte und darf dieser Mensch dafür nicht schräg angeschaut werden, sondern er sollte akzeptiert werden als das, was er ist: Ein Ungläubiger, ein Infidel. Was nichts verbotenes ist, denn in Deutschland gibt es neben einer – trotz einiger Zensur (Stichwort BPjM) durchaus noch vorhandenen – Pressefreiheit, wie sie weltweit zu den lockersten gehört, auch eine Freiheit, die meiner Ansicht nach „zivilisierte“ Länder von den „unzivilisierten“ Ländern unterscheidet (Nordkorea, Saudi-Arabien, usw.): die Religionsfreiheit. Die Freiheit, an das zu glauben, was auch immer einem vorschwebt. Und wenn es das Fliegende Spaghettimonster ist. Zu unterscheiden ist hier jedoch, ob sich die Ausübung der Religion im Sinne der Theologie der Religion mit bestehenden Gesetzen kreuzt (->Rastafari). Aber das ist eine andere Sache.

Was mich weiterhin an Religion und Glaube stört, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Thesen und Theorien (denn nichts anderes ist Religion) verbreitet und herausgerufen werden, dem widerrum ein riesiger Mangel an Hinterfragen und Nachdenken gegenübersteht. Kein Wunder, kleine Kinder können halt noch nicht so komplex denken. „Lies jetzt den/die Koran/Thora/Bibel oder du gehst hungrig ins Bett“ – welches fünfjährige Kind fängt da noch zu argumentieren an? Aber selbst Erwachsene lassen sich – was offensichtliche Sekten-Unternehmen wie Die Zeugen Jehovas oder Scientology beweisen – stellenweise völlig frei von kritischen Gedanken überzeugen und lenken, natürlich ist das von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie empfänglich jemand (aka die Bevölkerung) auf bestimmte Thesen und Behauptungen reagiert (->Weltkriege). Und wenn eine Lüge nicht zusagt, wird sie durch Verdrehung der Realität, Auslassung von Fakten und maßloser Kontrolle zur Wahrheit innerhalb einer Partei, innerhalb einer Religionsgemeinschaft. Und dann kommt irgendwann die Erkenntnis, nur ist es dann oftmals viel zu spät (->1984), um noch auszusteigen. Und das betrifft auch die „Weltreligionen“, besonders ziele ich hiermit aber auf die „kleineren“ Religionen(-sgemeinschaften) ab, bei denen 50 Mitglieder mehr einen gewaltigen Schub in Sachen „Club“-Beiträgen, Popularität, Macht und Image ausmachen, also Dinge, von denen im Endeffekt jede Religion lebt.

Zu meinem Leidwesen muss ich leider eingestehen, dass ich selbst evangelisch getauft bin – aber zu meinem 18. Geburtstag aus der Kirche austrat, noch bevor ich nur einen einzigen Cent/Pfennig an die Kirche zahlen MUSSTE (nicht mal in Italien tritt der Staat als „Inkassounternehmen“ für die Kirche auf!), worüber ich sehr stolz bin. Um den Grund zu nennen, warum ich evangelisch war: in der Katholischen Kirche muss man 2 Prozeduren über sich ergehen lassen, außerdem war die Evangelische Kirche damals liberaler bei Mischehen (mein Vater ist Evangelisch, meine Mutter Katholisch). Und warum mich meine Eltern überhaupt haben taufen lassen: sie wollten nicht, dass ich in der Schule in eine fast leere Ethikklasse komme (was ich in der Berufsschule später dann sowieso war, da aber in der Mehrheit), sondern zumindest mit einem größeren Teil der Klasse die Religionsstunden verbringe. Dass ich mich da langweilte und immer neugierig und neidisch auf die paar Ethikschüler linste, die sich die Zeit statt mit trockenem Bibellesen (ja, das musste ich in der Grundschule) mit so schönen Übungen wie Plakate malen, Dinge ausschneiden oder zeichnen vertrieb, hat mich dann nur in dem Gedanken bestärkt, mich von allen religiösen Aktivitäten fernzuhalten noch überhaupt in meiner Freizeit freiwillig eine Kirche – sei sie Katholisch oder Evangelisch – zu betreten.

Dieser Zwang, Ausgrenzung zu verhindern, dem Eltern und damit deren Kinder schon von deren Kleinauf ausgesetzt sind, ist für mich ein weiterer Grund, Religion als schlecht und für die Menschheit schädlich einzustufen.

Themen wie Religionskriege, Konflikte, Verfolgungen aufgrund Religionszugehörigkeit und ähnliches quer über den Erdball verteilt habe ich jetzt mit Absicht ausgelassen, denn das betrifft/betraf mich nicht.

Für mich wäre eine Welt ohne Religion keinesfalls eine unsichere (Wer braucht Gebote? Wir haben Gesetze!), sondern eine schönere. So warte ich sehnsüchtig auf die Regierung, die endlich jedwede Form von politischem und religiösem Fanatismus verbietet.

Kommentare sind wie immer erwünscht.

Post scriptum: Da dieser Text für die Thematik in ein wenig Hast (in nur knapp 2 Stunden) entstanden ist, halte ich mir vor, Textstellen im Nachhinein noch zu verändern oder ganz zu streichen, das vermerke ich dann aber an dieser Stelle.

Festplattendefekte, neue Süchte

•7. September 2009 • Schreibe einen Kommentar

Auch eine Festplatte kann kaputt gehen.

Nur tut sie das natürlich immer dann (->Murphy’s Law), wenn man seit längerer Zeit kein vollständiges Backup gemacht hat. So geschehen in meinem Fall, was mich in die Steinzeit den Mai zurückgeschickt hat. Grob geschätzt. Zum Glück war der Großteil meiner mp3-Bibliothek auch auf meinem iPod gespeichert, wozu es allerdings eines nicht von Apple lizensierten Programms bedurfte, diese zurück auf die Festplatte zu kriegen. Und ein kleines Backup hatte ich auch noch.

Trotzdem fehlt immer noch ein Großteil an Daten, also hoffe ich auf diese ominöse Firma hier in der Nähe, die die Daten auf der Platte auf eine andere kopieren können und im Erfolgsfall nur 90,- dafür verlangen. Ich denke, für über 100 Stunden Spielzeit (GTA IV, Sacred II, usw.) und diversem anderen Krempel ist mir das schon das Geld wert.

Ansonsten hat mich jetzt auch die Online-Poker-Sucht übermannt, allerdings natürlich nur um Spielgeld und auch nur in der Facebook-Applikation „zyngaPoker“.

Update – it’s my life…

•7. September 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hab mir gerade einige ältere Einträge hier durchgeguckt.

Die meisten sind aus heutiger Sicht einfach nur grottig geschrieben. Was ich damals scheinbar lustig fand, finde ich jetzt bisweilen einfach nur peinlich. 🙄

Werde es trotzdem stehen lassen, so als Warnung, bzw. als lebendiges „remember your roots“-Hinweisschild.

Ihr lest von mir.