Copyrightjournalismus

Rapidshare böse Rapidshare verbreitet illegale Musik, Spiele, Anwendungen und Pornographie. Das ist zwar seit mindestens 4 Jahren auch höchstoffiziell bekannt, aber COMPUTER BILD SPIELE berichtet in einer Pressemitteilung vom 04.02.2008 erstmals darüber. So kommen renommierte „Fachleute“ der GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) zu Wort, welche sich lautstark über Rapidshare beschweren. Mittels Linkseiten können Dateien ganz leicht gesucht werden und mittels Rapidshare heruntergeladen werden. Nur ist Rapidshare nicht, wie von Topware-Boss Dirk Hassinger genannt, eine „Verbrecherbande“, die „in den Knast gehört“, sondern ein ganz normaler Filehoster wie viele andere im Web. Rapidshare ist allerdings der größte derer und hat nicht die Pflicht – und wahrscheinlich nicht einmal das Recht – sämtliche hochgeladenen Dateien zu kontrollieren, schließlich gibt es so etwas wie „Datenschutz“. Private Fotos werden also genauso wie Pornographie hochgeladen. Es gibt allerdings einen Unterschied: Pornographie wird von Rapidshare bei einem Hinweis darauf innerhalb von Stunden gelöscht. Damit ist Rapidshare so ehrlich und urheberrechtfreundlich wie möglich. Der Besitz von „300 Servern“ mit „4,5 Petabyte an Daten“ sorgt außerdem nicht automatisch dafür, dass 300 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden können und sollten, nur um die Dateien zu prüfen, wie sich die GVU das vorstellt. Übrigens lädt kaum ein Raubkopierer die Dateien unverschlüsselt (meistens im .rar-Format und gesplittet) hoch, was die Sache zusätzlich erschwert. All das ist COMPUTER BILD SPIELE kein bisschen klar, wodurch die Berichterstattung stark einseitig wird und unbedarftere Leser die hier präsentierten Informationshäppchen auch noch blind glauben (müssen). Aber BILD-Leser wollen schließlich alles, nur nicht eins: Nachdenken.
(Quelle: COMPUTER BILD SPIELE)

Rapidshare wirklich böse Denn ähnlich stumpfsinnig argumentiert auch das Landgericht Düsseldorf, nachzulesen in einer Pressemitteilung der GeMA vom 24.01.2008. So hat es dem Filehoster Rapidshare nun „umfassende Handlungspflichten“ auferlegt. Nach einem aktuellen Urteil ist Rapidshare verpflichtet, „auch solche Maßnahmen zu ergreifen, welche die Gefahr beinhalten, dass ihr Geschäftsmodell deutlich unattraktiver wird oder sogar vollständig eingestellt werden muss“, da der Dienst „nicht hauptsächlich für legale Aktivitäten genutzt“ wird und für die Verbreitung von Raubkopien „besonders gut geeignet“ sei. Damit sind auch Luft (Nutzung als Medium beim Einsatz von Lautsprechern), elektromagnetische Wellen (Radio und Fernsehen), Rohlinge, Festplatten und DSL-Leitungen potentiell filesharingfördernd, wie korrupt von gulli verschmitzt dazu feststellt.
(Quellen: GEMA, gulli.com)

Peek & Cloppenburg böse Das Dekorieren von eigenen Schaufenstern mit Stühlen eines fremden, unter einem Copyright stehenden Fabrikats ist eventuell ein Copyrightverstoß. Der Europäische Gerichtshof hat sich nun mit dieser Sache genauer zu befassen, hat doch der Händler Cassina, der die Stuhlmarke „Le Corbusier“ in Deutschland vertreibt, Klage gegen Peek & Cloppenburg eingereicht, da dieser Stühle oben genannter Marke in seinen Schaufenstern zur Dekoration benutzt. Dies verstöße gegen das Exklusivrecht auf „Verbreitung durch Verkauf oder auf andere Weise“ der Stühle von Cassina in Deutschland. Die Möbel wurden zusätzlich in Italien gekauft, als es dort noch kein Copyright auf die Designs gab, was die Sache weiter verkompliziert. Kein Wunder, dass der Bundesgerichtshof nach Eingang der Klage den EuGH um Rat fragte. Ein Urteil zu diesem Fall wird allerdings erst in einigen Monaten erwartet.
(Quelle: Out-Law)

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~ von NeZ - 6. Februar 2008.

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