Filmkritik: Shaolin Soccer

Ich hab mir heute den Film „Shaolin Soccer“ auf Chinesisch mit englischen Untertiteln (!) reingezogen, ein kunterbunter Mix aus Action und Komödie, recht gut in Szene gesetzt in einer Welt aus Kung Fu und Fußball.

Aber mal zum Film an sich.
Der Hauptcharakter Sing (Stephen Chow), genannt „Mighty Steel Leg“, ist ein Putzmann, welcher mit seinen (Klassen-)Brüdern vor längerer Zeit einmal Kung Fu gelernt hat. Alle seine Brüder, außer ihm, haben dies jedoch längst vergessen, bzw. verlernt. Das kommt Fung (Ng Man Tat), genannt „Golden Leg“, gerade recht, einem Ex-Fußballspieler, welcher seit einem Unfall im Fußballsport zum Invaliden wurde, dem Sport den Rücken kehrte und seitdem für den skrupellosen Hung (Patrick Tse), seines Zeichens Manager des „Evil Teams“ als Schuhputzer und Mann für alles arbeitet. Zusammen mit Sing hat er als Rache die Idee, eine Fußballmannschaft aufzubauen, um mit einer Portion Kung Fu den China Cup zu gewinnen, welcher – natürlich – von Hung ausgelobt und betreut wird. Preisgeld sind eine Million Dollar, weswegen er mit Sing dessen Brüder zusammentrommelt und sich als Trainer um die Jungs kümmert. Nachdem sie in einem Trainingsspiel, das mehr einer Schlacht als einem Fußballspiel ähnelt, ihre Kräfte wiederentdecken, beschließen sie sich trotz allem Spott, beim China Cup anzumelden.
Und natürlich kämpfen sie sich trotz kleiner Schwierigkeiten bis an die Spitze, und treten gegen das „Evil Team“ in einem phänomenalem Endspiel an, wobei ihnen das Mädchen Mui (Vicki Zhao) zum Sieg verhilft. Sing lernte Mui gegen Anfang des Films in einer Backstube kennen und gab ihr einen Korb als er erfuhr, dass sie ihn liebt, da er sich lieber aufs Fußballspielen konzentrieren wollte.
Jedenfalls rettet sie die Mannschaft, indem sie sich als 7. Mann, bzw. als Torwart meldet, als die Mannschaft aufgrund von Verletzungen nur noch aus 6 Männern besteht. Für Sing bereitet sie mithilfe ihrer Tai Chi-Technik einen geradezu kometenhaften Schuss über das gesamte Spielfeld vor, welcher neben der halben gegnerischen Mannschaft Torwart und Tor mit sich reißt und das Spiel mit einem 1:0 beendet. Hung und seine Mannschaft werden wegen Doping angeklagt und Hung für 5 Jahre eingebuchtet, während die Mannschaft den Sieg und den Pokalgewinn feiert.

Der Film überzeugt mit einer kräftigen Portion verrücktem Humor und klasse Actionszenen trotz einer an sich einfachen Story, welche zudem noch teilweise an der Logik krankt. So schließen sich zum Beispiel nach dem 1. Trainingsspiel alle 11 Spieler der Gegenmannschaft ebenfalls dem „Shaolin Team“ an, am Ende muss Mui trotzdem als Ersatztorwart aushelfen, da 4 von 11 (?) Leuten ausfallen. Auch ist die Story „Ex-Irgendwas baut neue Mannschaft auf“ recht abgedroschen und kam so schon in einigen Filmen vor, „Cool Runnings“ z.B., aber das ist nicht weiter tragisch.
Trotz allem holte der Film 7 Preise (Best Picture, Best Director (Stephen Chow), Best Actor (Stephen Chow), Best Supporting Actor (Wong Yat-Fei), Best Sound Effect, Best Visual Effect, Best Outstanding Young Director (Stephen Chow)) und 7 Nominierungen (Best Action Choreography, Best Cinematography, Best Costume Design, Best Editing, Best Screenplay, Best Original Film Score, Best Original Song) bei den Hong Kong Film Awards, sowie 3 Preise (Best Picture, Best Actor (Stephen Chow), Best Supporting Actor (Wong Yat-Fei)) bei den Golden Bauhinia Awards. Insgesamt gesehen zu Recht, wie ich finde.

Titel: Shaolin Soccer
Erscheinungsjahr: 2001
Altersfreigabe: Ohne Altersbeschränkung
Genre: Actionkomödie
Dauer: ca. 95 Minuten
Darsteller: 3/5 (Stephen Chow ist der chinesische Neo, wohoo!)
Dialoge: 2/5 (Teilweise selten dämlich und genial, leider größtenteils platt und irrelvant.)
Story: 3/5 (Alte Story in neuem Gewand.)
Klamotten & Kulisse: 4/5 (Sehr gut, alles passend zum Flair.)
Effekte: 5/5 (Einfach genial, so schön abgedreht und genial.)
Fazit: 17/25

=> Eine abgefahrene, flotte Actionkomödie für zwischendurch, für Fans von „Vulcano High“, „Kung Fu Hustle“ u.ä. absolut zu empfehlen. Aber jeder, der ernsthafte Actionkost mit Anspruch erwartet, ist hier definitiv falsch.

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~ von NeZ - 8. April 2007.

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