Ich häng an der Nadel (2)

Tagebuch eines Halb-Invaliden: Samstag, Tag 2.

Mir gehts soweit ganz gut.

Heute morgen, gegen halb 9 Uhr, gings ins Krankenhaus „Martha Maria“ in der Nähe von München – weil mein Hausarzt Samstag und Sonntag geschlossen hat. Grmpf, für sowas sollte es doch eigentlich Ärzte geben.

Aber gut, ich traf die eine Frau wieder, die mit mir gestern zusammen herumsaß, und mir beim Zuschauen-wie-etwas-in-meinen-Körper-reinläuft Gesellschaft leistete. Sie übte diese Tätigkeit übrigens auch aus; unsere Flaschen wurden gleichzeitig aufgehängt, und wir hatten in etwa dieselbe Menge darin – nur meine war viel schon leer, als ihre erst halbleer war. Die hab ich ordentlich gebash0rt, voll abgerult und so, sag ich euch. Dann hab ich sie eiskalt einfach sitzen gelassen, ich fieser böser Kerl ich.

Jedenfalls gehts mir im Moment ganz gut, das Piepen ist zwar genauso weiterhin vorhanden wie immer noch dieselbe Nadel in mir steckt (das wird sie noch bis Sonntag oder Montag, dann wird sie ausgetauscht oder ganz entfernt – outch), aber es wird leiser. Denke ich zumindest.
Mein linker Arm (der mit Verband und Nadel) überanstrengt sich zwar recht schnell und muss oft still liegen, aber mit mir gehts aufwärts – ich kann wieder Musik hören, ohne dass mir das Ohr pfeift.

P.S.: Ich habe übrigens erfahren, dass in dieser Lösung auch Cortison enthalten ist. Na, das wird ja was. Aber um euch mal etwas darüber zu erzählen:

Zu Beginn erfolgt im deutschsprachigen Raum meist eine medikamentöse Behandlung mit Vitamin-E-Präparaten, Magnesium, Glukokortikoiden (z. B. Kortison), intravenös gegebenen Lokalanästhetika wie Procain sowie durchblutungsfördernden Wirkstoffen (zum Beispiel Pentoxifyllin, HES (=Hydroxyethylstärke) oder ein pflanzliches Ginkgo-Präparat). Die Medikamente werden je nach Ausprägung und vermuteter Ursache des Tinnitus entweder als Tablette oder intravenös (Infusionen) verabreicht. Qualitativ hochwertige Vergleichsstudien, die eine Überlegenheit eines bestimmten Medikaments gegenüber einem anderen belegen konnten, gibt es bislang nicht. Ebenso konnte bis heute kein Nachweis dafür erbracht werden, dass eines der Medikamente eine höhere Wirkung als die Verabreichung eines Placebos erzielt. Der Einsatz erfolgt vielmehr aus Erfahrungswerten und theoretischen Überlegungen heraus. Angesichts der unbewiesenen Wirkung, hoher Kosten und möglicher Nebenwirkungen ist dieses Vorgehen jedoch umstritten. In Ländern wie den USA und Großbritannien sowie im skandinavischen Raum ist die so genannte Infusionstherapie des akuten Tinnitus unüblich.

Scheiße, ich hätte nicht danach recherchieren sollen. 😆
Aber da ich nicht an Gott glaube, kann und wird mir nur die Medizin helfen – hey, ich will endlich wieder Musik hören, wie ichs gewohnt bin. Also geh verfickt nochmal weg, du dummes Piepen! 😕

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~ von NeZ - 24. März 2007.

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