Filmkritik: Shanghai Knights

Naja, Sonntagabend haben wir uns ja eine DvD reingezogen, „Shanghai Knights“ nämlich. Und wie ich schon vorher schrieb, folgt hier meine zweite Filmkritik.

Dieser Jackie-Chan-Film spielt zum Teil im Western der U.S.A. und zu einem viel größeren Teil in England, in London, um genau zu sein. Die Story ist trotz vieler Klischees (Verrat, Raub von Wertvollem, Rachefeldzug) in einem ganz modernen Kleid verpackt, sodass dies nur bei genauerem Nachdenken auffällt. Jackie Chan und Owen Wilson – die beiden hatten auch bereits den Vorgänger gedreht, welcher dank schräger Filmsituation, nämlich „Eastern trifft Western“ für eine gute Menge Spaß sorgten, so auch hier – sind ein absolutes Hammerpärchen. Der Kung-Fu-Rambo Chon Wang (Jackie Chan) und der Ganove & Gauner Roy O’Bannon (Owen Wilson) machen diesen Film schlichtweg zu einem Erlebnis. Schon der Gag, dass Roy Cohns Namen, der ja chinesisch ist, als „John Wayne“ versteht und ihn zukünftig nur so nennt, ist nur ein Beispiel für den unglaublichen Gagreichtum, der diesem Film zugrunde liegt.
Ich hab ihn zwar früher schon 2x gesehen, aber konnte trotzdem noch bei vielen Gags lachen. Das liegt wie gesagt zu einem Großteil an den echt herrlichen Szenen, die mit diversen prägnanten Zitaten sowie dutzenden von Hinweisen, Ableitungen und Verweisen auf andere Filme, bestimmte historische Gegebenheiten oder ähnlichem aufwarten. Sei es wie oben beschrieben John Wayne oder gar bekannte Namen wie Jack the Ripper, Charlie Chaplin oder Sir Arthur Conan Doyle (welcher anhand Roys Tarnnamens „Sherlock Holmes“, den er bei dem Einlass zu Lord Rathbones Party auf eben jenem Anwesen angibt, später die Idee zu einem „neuartigen Detektiv“ erhält) – wem diese drei etwas sagen, der kann sich bei vielen Szenen sprichwörtlich den Arsch ablachen, so geschickt und für Kenner doch so offensichtlich verpackt bzw. versteckt sind sie in diese Geschichte. Sollte ich erwähnen, dass Londons Wetter, Verkehr, Speisen und diverse Wahrzeichen und Klischees ebenfalls ihr Fett weg kriegen?
Was die Nebendarsteller angeht: Chons Schwester, Lin (Fann Wong) ist eine Granate sondersgleichen, nicht nur was ihre Darstellung angeht, ähem – die Rolle ist ihr außerdem wie auf den echt süßen Leib geschneidert. Auch die Bösewichter, der englische Adlige und 10. Thronfolger der Königin, Lord Nelson Rathbone (Aidan Gillen) und der ausgestoßene Bruder des chinesischen Kaisers, Wu Chao (Donnie Yen) können auf ganzer Linie überzeugen. Es ist kein reiner Actionfilm wie frühere Jackie-Chan-Filme, aber selbst Fans von nur einem der beiden Helden kommen definitiv auf ihre Kosten.

Titel: Shanghai Knights
Erscheinungsjahr: 2003
Altersfreigabe: FSK 12
Genre: Actionkomödie
Dauer: ca. 100 Minuten
Darsteller: 5/5 (Die beiden Helden = Traumpaar, Lin = Traum.)
Dialoge: 5/5 (Wortwitz, Gags & coole Sprüche – genial.)
Story: 3/5 (Altbekannt im neuen Gewand.)
Klamotten & Kulisse: 3/5 (Geht so, original aussehende Schauplätze, gute Kostüme.)
Effekte: 3/5 (Nur im Ansatz vorhanden, wozu auch? Das ist ein Jackie-Chan-Film.)
Fazit: 19/25

=> Zwar kein Meilenstein des Genres, übertrifft aber den Vorgänger trotzdem um Längen – wer ihn noch nicht gesehen hat, hat auf jeden Fall etwas verpasst. Wer auf „Action & Comedy“ steht: Kaufen!

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~ von NeZ - 19. Februar 2007.

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